Ausstellungsprogramm 2018 im Glasmuseum Frauenau

 

Ausstellungen im Glasmuseum Frauenau vom 22.04.2018 bis 04.11.2018

Volkstümliche Gläser des 18. Jahrhunderts – Alltagsgeschichte(n) auf Glas
Die Ausstellung bringt die Besucher in die Welt des späten Barockzeitalters. Über 200 Gläser aus der Sammlung von Karlheinz Joos aus Tegernsee geben einen Einblick in einen ganz speziellen Bereich der Glasproduktion des 18. Jahrhunderts. Es stehen einmal nicht die Luxusgegenstände des Adels oder des kaufkräftigen Großbürgertums im Mittelpunkt, sondern die Gläser der „kleinen Leute“, der Handwerker, Bauersleute, Bürger, Knechte, Mägde und Tagelöhner.

Die Gläser der Sammlung stammen vornehmlich aus den Wald- und Landglashütten Thüringens, Süddeutschlands und Böhmens. Diese begannen im 18. Jahrhundert, die Herstellung einfacher Gebrauchswaren um die Produktion emailbemalter Gläser zu erweitern. Wesentlich seltener ist dagegen graviertes volkstümliches Glas, denn die Glasgravur war hauptsächlich in den Luxusglas herstellenden Stadt- und Hofglashütten verbreitet.

Das volkstümliche Glas entwickelte sich zwar aus den Repräsentationsgläsern der oberen Gesellschaftsschichten, doch war es im Gegensatz dazu zum Gebrauch gedacht. Die Gläser waren oft persönliche Gebrauchsgegenstände, Liebesgaben, Erinnerungsstücke oder Zunftgläser, die für die üblichen Getränke wie Branntwein, Bier und Most genutzt wurden. Die Dekore waren auf die spezielle Käuferschicht, den „gemeinen Mann“, zugeschnitten. Die Motive und Texte sind Zeugnisse des einfachen Lebens und der Volksfrömmigkeit. So vermitteln die Gläser mit ihren volksnahen Malereien und Gravuren einen lebendigen Eindruck von der Alltagskultur des 18. Jahrhunderts.

Unter den Exponaten findet sich eine ganze Reihe von ganz persönlichen Gläsern, die bestimmten Besitzern zugeschrieben werden können. Diese hatten das Glas einst für sich selbst herstellen und aufwändig veredeln lassen. So gewähren diese Objekte heute einen einzigartigen Einblick in das Leben ihrer früheren Eigentümer, zum Beispiel der Krug des Schäfers Johan Georg Luther aus dem Jahr 1761. Der Krug zeigt eine hinreißend gemalte Schäfer-Szene, die am Beginn der Ausstellung auch noch in Lebensgröße nachgestellt ist. Auf diese Weise wird der Besucher darauf hingewiesen, dass es auf den Exponaten allerhand an Geschichte und Geschichten zu entdecken gibt.

Im Prometheus-Verlag ist von Dr. Karlheinz Joos eine umfangreiche Publikation zu seiner Sammlung und damit zur Ausstellung erschienen.

450 Jahre Poschinger
Im „Kabinett“ des Glasmuseums Frauenau ist die Jubiläumsausstellung anlässlich der 450-jährigen Glastradition der Familie von Poschinger in Frauenau zu sehen. Es war im Jahr 1568, als Joachim Poschinger die „Zadlershütte“ (heute Zwieselau) erwarb und sie anschließend mit großem Erfolg betrieb. Seitdem sind die Poschinger im Glasgeschäft tätig. Benedikt Freiherr Poschinger von Frauenau leitet die Glasmanufaktur mittlerweile in der 15. Generation.

Die Ausstellung beleuchtet anhand von einzigartigen Objekten die Tradition einer Familie, die ein bedeutendes Kapitel in der Glasgeschichte des Bayerischen Waldes geschrieben hat. Zu sehen sind edle Gläser aus der Frühzeit der Manufaktur bis zur aktuellen Produktion. Bereichert wird die Ausstellung mit seltenen Stücke aus dem einstigen Schloss Oberfrauenau, Gemälden, Originalurkunden wie zum Beispiel dem Kaufbrief der Glashütte Frauenau aus dem Jahr 1605 und vielen weiteren interessanten Exponaten, die ansonsten in den Depots oder Lagerräumen der Glasmanufaktur in Frauenau schlummern.

Die Ausstellungen können von Dienstag bis Sonntag, sowie feiertags jeweils von 09:00 Uhr bis 17:00 Uhr besichtigt werden.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
Glasmuseum Frauenau
Staatliches Museum zur Geschichte der Glaskultur
Am Museumspark 1, 94258 Frauenau
Tel. 09926 941020 , Fax 09926 941028
E-Mail: info@glasmuseum-frauenau.de
Internet: www.glasmuseum-frauenau.de