Brauereiwagen-Geschicklichkeitsfahren

 

Bräuwagen-Geschicklichkeitsfahren
Foto: TSC Hagl
Wenn sich alle zwei Jahre am ersten Grenzlandfestsonntag die mächtigen Rösser in Vierergespannen beim Bräuwagen-Geschicklichkeitsfahren über einen mit 12 Hindernissen gespickten Parcours bewegen und sich gegenseitig messen, setzen sie damit eine alte Tradition fort, die schon bei den ersten Zwieseler Volksfesten begann. Das Bierausliefern aus früheren Zeiten wird damit in Zwiesel wieder lebendig. An den Start gehen Teilnehmer aus fast ganz Bayern und nicht selten auch aus dem benachbarten Ausland. Dabei haben die zünftigen Bierfahrer und ihre braven Rösser alle die Situationen zu meistern, die sich ihnen auch in ihrem Arbeitsalltag in früheren Tagen stellten. Damalige brenzlige Situationen sollen nachgestellt werden.

Dieses Geschicklichkeitsfahren der Brauereiwagen ist bei den Pferdefreunden sehr schnell europaweit bekannt geworden und trotzdem ein echt bayerischer Wettbewerb geblieben. Dieser Wettbewerb der Bräuwagenfuhrleute in dieser Art und Form ist einzigartig in Deutschland. Die Teilnehmer kommen ausschließlich aus mittelständischen Brauereien, die sich bei diesem fröhlichen Wettbewerb selber imposant in Szene setzen und eine alte, gute Tradition des Biergewerbes auch in der Zeit der umfassenden Motorisierung hochhalten wollen.

Es gilt für die Bierfahrer, hoch auf dem Kutschbock, ihre köstliche Fracht auf den geschmückten Wagen fehlerfrei über eine schwierige Wegstrecke zu bringen. Gefordert sind bei den Fahrern der gekonnte Umgang mit einem Kaltblut-Viererzug und das Fahren vom Kutschbock aus. Vor allem der Gehorsam und Leistungswille sowie die Kraft der Pferde, ihre rassige Schönheit und ihr berühmtes Kaltblüter-Temperament begeistern die Zuschauer. Hier kommt keine Peitsche zum Einsatz, sondern die Pferde werden nur über die Zügel und Kommandos geführt. Bei dem Wettbewerb steht die Geschicklichkeit im Vordergrund. „Hott“ und „Wista“, das sind die wohl die meistgehörten Worte im Stadtzentrum, denn mit diesen Anweisungen leiten die Fuhrmänner ihre Rösser geschickt durch die Hindernisse.

Eingespannt werden nur Hengste und Wallache der verschiedenen Rassen und Farben. Im Einsatz sind süddeutsche Kaltblüter in Fuchsfarbe mit weißer Mähne oder Kastanienbraun mit tiefschwarzen Behang, flinke Rappen und temperamentvolle Tigerschecken der Rasse Noriker, die aus Österreich kommen, aber auch attraktive Pinzgauer und die schwergewichtigen Percheron-Rösser, die in der Normandie ihre Stammheimat haben. Schwere eisenbereifte (und nur solche dürfen nach alter Tradition teilnehmen) Bierwagen unterschiedlicher Bauart, wie Schanz-, Bruck- oder Fasswagen werden von den teilnehmenden Brauereien gestellt.

Die Anreise und das Anspannen der Pferde am Grenzlandfestplatz erfolgt im Laufe des Vormittags bei Blasmusik und Festzeltbetrieb. Dabei können die Zuschauer und Gäste das interessante Angeschirren der Bräurösser und Anspannen im Viererzug vor den geschmückten Bräuwagen miterleben.
Pünktlich um 12:00 Uhr bewegt sich die Bräuwagenkolonne vom Grenzlandfestplatz über den Stadtplatz, dort Kehrtwende und zurück in die Angerstraße zur Startaufstellung.

Ab 13:00 Uhr werden die Gespanne der einheimischen Brauereien einzeln zur Durchführung des Wettbewerbes abgerufen. Diese Hindernisse sind z. B. Holzbrücken. Das Pferd hört seinen eigenen Hufschlag nicht so gerne. Bei dem Widerhall der Holzbrücke, und früher gab es nur diese, ist der Gehorsam des Pferdes gefragt. Weiter existierten früher keine geteerten Straßen und deshalb gibt es eine Sandbahn und einen „Waldweg“ als Hindernis. Enge Kurven fahren, Hofeinfahrten und das genaue Heranfahren mit dem Bierwagen an eine Laderampe zum Aufladen der Bierfässer war der Alltag des Bierfahrers. Diese Hindernisse und noch einige mehr, wie z. B. Wasserlauf, Sackgasse und Balkenspur sind auf dem Stadtplatz in Zwiesel aufgebaut. Eine zusätzliche Herausforderung ist der Stadtplatz allgemein wegen seiner Steigung. Die am Stadtplatz aufgebauten Hindernisse müssen gekonnt bewältigt werden.

Nach dem letzten Hindernis am oberen Stadtplatz biegen dann die Gespanne in die Frauenauer Straße ein. Sobald alle Teilnehmer aufgeschlossen haben, ziehen die gesamten Brauereiwagengespanne, unter Einordnung der Ehrenkutschen und der Blaskapelle Süß über den Stadtplatz zurück zum Grenzlandfestplatz.

Anschließend wird im Festzelt die Siegerehrung mit einer Verteilung der Preise vorgenommen. Hier kann man den Sonntag bei einer frischen Maß Bier und einer zünftigen Brotzeit ausklingen lassen. Tausende von Zuschauern verfolgen jedes Mal mit großem Interesse wie die prächtig herausgeputzten Gespanne am Anger und auf dem Stadtplatz den aus Hindernissen bestehenden Parcours meistern.

Weitere Informationen erhalten Sie beim:
Organisationskomitee Bräuwagenwettbewerb
Frau Meta Gaschler
Anton-Pech-Str. 18, 94227 Zwiesel
Tel. 09922 1649, Mobil: 0171 2101455
E-Mail: meklatost@online.de