Wolfauslassen in Rinchnach - weltweit einzigartig

 
Wolfauslassen im Klosterort Rinchnach. Foto: TI Rinchnach
(Menschliche) Wölfe auf den Straßen, Hirten dazu, Goaßlschnalzer und das markterschütternde Geläut´ von ca. 500 Kuhglocken – wer am 10.11.2018 abends in den ehemaligen Klosterort Rinchnach kommt, der erlebt ein weltweit einzigartiges Brauchtumsspektakel, wie man es sonst nirgends findet.

Jährlich werden es mehr Besucher, die eigens zum "Wolfauslassen" in den Bayerischen Wald reisen, denn keiner kann sich der faszinierenden Stimmung entziehen, wenn Wölfe und Hirten ihre großen Auftritte haben und mit aller Kraft das Ihrige tun, damit der Tradition gewürdigt wird und das Publikum auf seine Kosten kommt.

Der Brauch beginnt mit dem so genannten "Anmelden" – und zwar in den frühen Abendstunden des 09.11.2018 in den einzelnen Dörfern der Gemeinde Rinchnach und in vielen Orten des Bayerischen Waldes: Die Wölfe (Wolfauslassergruppen) ziehen dabei von Haus zu Haus, der Hirte überbringt seine Botschaft in Form eines Hirtenspruches. Dafür gibt es vom Hausherrn den Hirtenlohn, mit dem der Hirte in den kommenden beiden Tagen seinen Wolf versorgt.

Am 10.11.2018 um 18:30 Uhr beginnt im Ortskern von Rinchnach das weltweit einzigartige "Große Wolfauslassen", bei dem sich im beleuchteten Ortskern mehr als 600 Brauchtumsbegeisterte mit kleinen und überdimensional großen "Kuhglocken" in unterschiedlichsten Formen einfinden. Dazu knallen die Goaßlschnalzer im Dreier-, Vierer- oder sogar im Fünfertakt mit ihren langen Hanfgoaßln – bis schließlich zehn Wölfe aus der Gemeinde Rinchnach und einige auswärtige Wolfauslassergruppen sich nacheinander den Zuschauern präsentieren.

Alle 15 Minuten ziehen zwei Wolfauslassergruppen in die Rinchnacher Hofmark ein, vorgestellt werden sie über Lautsprecher. In den folgenden Stunden gelten dann in Rinchnach die beiden leicht abgewandelten Sprüche "Hier ist der Wolf los" und "Da tobt der Bär" – als Höhepunkt zwischendurch treffen sich um 21:15 Uhr alle Wolfauslassergruppen im Ortskern, um für einige Minuten gemeinsam zu läuten. Der Hirtenspruch, der ansonsten bei all dem Geläute kaum zu vernehmen wäre, wird zu diesem Zeitpunkt und zum einzigen Mal in dieser Nacht vor Martini mit technischen Hilfsmitteln hörbar sein.

Danach ist Schluss? Im Gegenteil, denn der Brauch schreibt vor, dass die ganze Nacht über im Ortskern, in den Gasthäusern und Wirtshaussälen gefeiert wird – bis schließlich um sechs Uhr morgens der Tag angeläutet wird und zumindest in Rinchnach die Wolfauslasserglocken für ein Jahr wieder auf den Dachboden verschwinden. (Allerdings hört man in einzelnen Dörfern noch am Mittag des Martinitages die Wölfe läuten.)

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

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Gehmannsberger Str. 12, 94269 Rinchnach
Tel. 09921 5878, Fax 09921 6863
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Internet: www.rinchnach.de